26.03.2025, Startseite
Berlin, Straßburg, Walldorf

Gute Laune beim Empfang im Rathaus: die Schülerinnen und Schüler der Astoria High School mit Realschul-Rektor Jens Albrecht, Bürgermeister Matthias Renschler, dem amerikanischen Rektor Lynn Jackson (v.li.), Jim Pierce (knieend), Steffi Becker und Dawn Jackson (v.re.).
Foto: Stadt Walldorf
Bürgermeister begrüßt Austauschschüler aus Astoria im Rathaus
Für die 24 Schülerinnen und Schüler aus Walldorfs US-amerikanischer Partnerstadt Astoria/Oregon und ihre erwachsenen Begleiter sind es intensive Tage: Der Besuch in Deutschland wird in die „spring break“, die Frühlingsferien, gequetscht. „Wir waren zuerst in Berlin und haben eine Menge historischer Sehenswürdigkeiten gesehen“, erzählt Dawn Jackson. Jetzt stehen in sechs Tagen Aufenthalt in Walldorf von Sonntag bis Freitag unter anderem Besuche von Heidelberg und Straßburg auf dem Programm. Und beim Besuch im Rathaus wird noch engagiert darüber diskutiert, ob man sich am Nachmittag lieber Mannheim mit dem Schloss oder Speyer und seinen Dom anschauen will – in beiden Fällen „shopping“ inklusive. Untergebracht sind alle Schüler in Walldorfer Gastfamilien.
Dawn und ihr Mann Lynn Jackson, der Rektor der Astoria High School, sowie Jim Pierce, der in Astoria für den Schüleraustausch verantwortlich ist und schon zum 22. Mal nach Walldorf kommt, werden gemeinsam mit der Gruppe aus 16- und 17-Jährigen im Ratssaal von Bürgermeister Matthias Renschler begrüßt. „Herzlich willkommen in Walldorf.“ Für die Theodor-Heuss-Realschule, die den Austausch mit der Astoria High School seit vielen Jahren pflegt, sind Rektor Jens Albrecht und Lehrerin Steffi Becker mit dabei. Immer im November geht es für die Realschüler zum Gegenbesuch in den Bundesstaat im Nordwesten der USA. Die 10.000-Einwohner-Stadt Astoria liegt am Columbia River, der hier in den Pazifischen Ozean mündet.
Bürgermeister Renschler begrüßt die Gäste bei Brezeln, Rosinenbrötchen und Getränken nicht nur herzlich, er stellt ihnen mit einem kurzen Film und einigen erklärenden Worten auch Walldorf vor. Natürlich geht er auf Johann Jakob Astor (1763–1848) ein, Walldorfs berühmtesten Sohn, der als Auswanderer aus einer armen Walldorfer Familie in den USA zum reichsten Mann seiner Zeit wurde. Astors Pelzhandelsunternehmen hat im Jahr 1811 das Fort Astoria als Handelsniederlassung gegründet. Daraus hat sich über die Jahre die heutige Klein- und immer noch sehr bedeutende Hafenstadt entwickelt. „Astor selbst war allerdings nie in Astoria“, sagt der Bürgermeister. Lebensmittelpunkt Astors war New York, wo er neben dem Pelzhandel vor allem durch Immobiliengeschäfte zu seinem großen Reichtum kam.
Matthias Renschler spricht auch die Beziehungen zu den Partnerstädten an: Freeport im Staat New York und Waldorf/Maryland hat er selbst mit einer offiziellen Delegation schon 2023 besucht, mit Astoria soll es spätestens 2027 klappen. Die gemeinsame Städtepartnerschaft besteht seit dem Jahr 1963 und ist damit die älteste Partnerschaft Walldorfs, gleichzeitig war sie bei ihrem Start eine der ersten Partnerschaften zwischen einer amerikanischen und einer deutschen Stadt nach dem Zweiten Weltkrieg. Vertreter aller Partnerstädte – neben Astoria, Waldorf und Freeport auch Saint-Max in Frankreich, mit dem 2026 der 40. Geburtstag der „Jumelage“ gefeiert wird, Kirklareli in der Türkei, mit dem es aktuell leider nur wenig Kontakt gibt, und Walldorf/Werra in Thüringen, heute Stadtteil von Meiningen – sollen 2026 zum Besuch in Walldorf eingeladen werden, wenn hier das Jubiläum „125 Jahre Stadtrechte“ gefeiert wird.